für die einen, für die anderen
Kunst mit gothic touch
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„Warum, die Frag’ ist oft zu mir ergangen,
wählst du zum Gegenstand
der Malerei so oft den Tod,
Vergänglichkeit und Grab? Um ewig einst zu
leben,
muss man sich oft dem Tod ergeben."
(Caspar David Friedrich)
Henry Darger: 'In the Realms of the Unreal': Henry
Darger wäre gerne alles andere als ein Outsider und Freak gewesen, doch
sein Lebens-Werk entwickelt dessen ungeachtet einen extrem reizvollen
gothic touch. Dargers 'In the Realms of the Unreal' ist so fernab, dass
es retrospektiv ganz weit vorne erscheint. Unten eine Videodokumentation zu Dargers Lebens-Werk.
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Gustave Adolphe Mossa: Les Mortes (1908)
Fin-de-siècle-It-Girls mit Hündchen

Gustav Adolf Mossa: 'Salome', 1901
SM kann auch pastellfarben sein.

Léon Frédéric, 'The Lake', 1898
Im Symbolismus paart sich das Unheimliche gern mit dem Kitsch.

Hugo Gerhard Simberg: 'Kuoleman puutarha' ('Garten des Todes'), 1896
– Gothic Gardening im fin de siècle

Max Slevogt: 'Totentanz', 1896

Edvard Munch: 'Selbstporträt mit Knochenarm', 1895
John William Waterhouse: 'La Belle Dame sans Merci', 1893
– Männer verfangen sich im viktorianischen Haarfetisch.

Arnold Böcklin: 'Toteninsel' (3. Version), 1883
– oft kopierte und parodierte Gothic-Ikone
Gustave Caillebotte: Interieur, Frau lesend (1880)
Ein patriarchalischer Alptraum. Siehe dazu Felix Krämer:
'Das unheimliche Heim. Zur Interieurmalerei um 1900'.

Mary Cassatt: 'Das blaue Zimmer' (1878)
Sessel, die Autoscooter fahren, Hundchen mit Teufelshörnern, ein Blick in den Schritt.
Siehe dazu Felix Krämer: 'Das unheimliche Heim. Zur Interieurmalerei um 1900'.

Gustave Caillebotte: 'Mittagessen' (1875)
– Was ist das für ein Tisch? Was treiben der Teller und das Besteck vorne?
Siehe dazu Felix Krämer: 'Das unheimliche Heim. Zur Interieurmalerei um 1900'.

Adolf Menzel: 'Schlafzimmer des Künstlers in der Ritterstraße' (1847)
Wer oder was liegt da unter der Decke? Wer oder was sitzt da am Fenster?
Siehe Felix Krämer: 'Das unheimliche Heim. Zur Interieurmalerei um 1900'.
Das Bild hängt in der Alten Nationalgalerie, Berlin.

Johann-Heinrich Füssli (aka Henry Fuseli): 'Hamlet and his father's ghost'(1781-1785)
Ohne Shakespeare gäbe es kein Gothic.
Johann-Heinrich Füssli/Henry Fuseli): 'Der Nachtmahr'/'The Nightmare'), 1781
– die Gothic-Ikone schlechthin
Francisco de Goya:'Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer'(1796/1797)
Gespenster brauchen, um erscheinen zu können, Menschen,
die glauben, nicht an Gespenster zu glauben.
Giovanni Battista Piranesi: 'Carceri' (1761)
– Alptraum und Fieberarchitekturen ins Nichts

Leonardo-Werkstatt: 'Madonna Litta', ca. 1490-1495
Vgl. dazu Nicholas Royle, 'The private parts of Jesus Christ',
in: ders., The Uncanny, Manchester 2003, S. 289-306.

Caravaggios Medusa (nach 1590)
mit Johnny-Depp-ähnlichen androgynen Zügen und phallischem Haar
– früher unheimlich, heute reizvoll

Hans Holbein der Jüngere, 'Der Leichnam Christi im Grabe', 1521/1522, 30,5 x 200
cm, Lindenholz, im Original im Kunstmuseum
Basel, Amerbach-Kabinett – Für konventionelle Christus-ikonografieverhältnisse zu tot, zu ausgemergelt,
zu verwest, zu leichenhaft, zu totenecht, um auf christlich geprägte Zuschauer NICHT unheimlich zu wirken.
... Fortsetzung folgt.
